GANZ JUNG UND SCHON GANZ OBEN

Marie ist erst 17 Jahre alt und schon Schweizer Meisterin und Junioren-Weltmeisterin im Freeride. Mit ihrem Auftreten und ihrer Gelassenheit würde man sie aber glatt ein paar Jahre älter schätzen. „Ich wäre gerne schon 18, dann könnte ich neue Herausforderungen angehen. In der höheren Kategorie wird das Freeriden nämlich etwas anspruchsvoller.“

Die Athletin aus Morgins führt ein temporeiches Leben. Nachdem sie einige Jahre Alpinski gelaufen ist, hat sie die Grenzen dieses Sports als zu beengend empfunden. Sie träumte davon, über Klippen zu springen und durch den Tiefschnee zu fahren … Laurent de Martin aus Troistorrents ist eins ihrer Vorbilder. Mit ihm würde sie sehr gerne einmal abseits der Pisten durch den Pulverschnee „brettern“. In der Hoffnung, dass es vielleicht irgendwann mal dazu kommt, trainiert sie hart mit ihrem Vater, der ihr einst die Grundzüge des Skilaufens beigebracht hat und inzwischen längst die Rolle ihres Trainers und Agenten übernommen hat. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass es keinen Schweizer Freeride-Verband gibt und diese Disziplin nicht Teil von Swiss Olympic ist. Auf die Frage, ob ihr Titel als Junioren-Weltmeisterin 2018 bei der Sponsorensuche von Vorteil ist, antwortet sie ohne zu zögern: „Ich bekomme kein Geld, aber viel Ausrüstung, die mir in der Praxis sehr nützlich ist. Meine Sponsoren sind da sehr großzügig.“ Und nennt folgende Unternehmen: Swiss Talent Project (Training und Physio), Head (Ski), Picture (Kleidung), Snowline Shop – M3S in Morgins (allerlei Accessoires und All Pride (Lawinen-Airbags).

Hat Marie auch manchmal Angst? Möchte sie es eines Tages dem Walliser Jérémie Heitz nacheifern, der aktuell sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, sich gerne extremen Herausforderungen stellt und beispielsweise davon träumt, die Gipfel der Anden und des Himalaya zu bezwingen? „Ich fühle mich mehr zum Backcountry Freeride hingezogen und weniger zu den extrem steilen Hängen“, entgegnet sie und gesteht, dass die Furcht vor Verletzungen schon ein Thema ist. Die Athletin aus Morgins ist bei allem Ehrgeiz kein Hitzkopf und strebt ständig danach, sich weiterzuentwickeln und neue Erfahrungen zu machen.

„Diesen Winter wird mein Vater damit anfangen, mich zu filmen. Das wird mir dabei helfen, meine Schwachpunkte zu erkennen und gezielt daran zu arbeiten.“ Sie gesteht, dass in puncto Sprünge und Stil durchaus noch Optimierungspotenzial vorhanden ist. Die Sportlerin hat also noch viel vor, nicht zuletzt deshalb, weil sie im kommenden Jahr ihre Schweizer Matura ablegen und anschließend in Lausanne Medizin studieren möchte. „Das wird die bisher größte Herausforderung werden: Sport und Studium unter einen Hut zu bringen.“

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